Rücktritte und Austritte aus der AfD nehmen kein Ende….

„Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich derartige Forderungen vor allem an den deutschen Spießbürger wenden. Der konsumiert gerne die Vorteile eines vereinten Europa wie den freien Reiseverkehr. Auch die jungen Burschen(schaftler) von der „Jungen Alternative“ lassen sich gerne mit dem Erasmus-Programm einen Auslandsaufenthalt von der EU bezahlen. Man erwartet selbstverständlich kostenlose Straßenbenutzung im Ausland und im Hotel dann gefälligst deutsche Steckdosen. Ansonsten möchte der deutsche Michel von der EU in Ruhe gelassen werden.“

„Stimmen von Protestwählern wird man mit solchen Forderungen fischen können. Eine Zukunftsperspektive für die EU bietet dieses Programm nicht. Es muss jeder für sich selbst entscheiden, wie lange er in der AfD noch mitmachen möchte. Frau von Storch wird man nicht mehr verhindern. Ich will aber nicht dabei mithelfen, dass auch noch Herr Pretzell und Herr Hampel in das Europäische Parlament gewählt werden.“

Mit diesem Schreiben stellt Herr Rang auf nachvollziehbare und vollkommen sachliche Art dar, was schon soviele kompetente Menschen dazu gebracht hat, der AfD den Rücken zu kehren.

Wir haben schon so oft gehört: „Dann geht doch, wenn es Euch bei der AfD nicht mehr gefällt…“ – ja, gerade die Fähigen und bodenständigen Menschen verlassen die AfD. Unser Bündnis hat am Anfang noch dafür gekämpft, dass sie bleiben, denn der verbleibende Rest sind nur noch die schweigende Masse, die Mitläufer, der Bodensatz, die Karrieristen und die Populisten. Auch wir vom Bündnis haben dieses Vorhaben aufgegeben, denn jedes Volk verdient die Regierung, die es gewählt hat und die Mitglieder verdienen die AfD, die sie so haben wollen.

Die Mehrheit der Mitglieder wollten oder akzeptierten die Liste der EU-Kandidaten und lassen mit sich geschehen, was sich die Führer und die Funktionäre mehr oder weniger unverblümt leisten. Diese AfD ist nicht mehr die AfD, die wir unterstützten. Diese AfD ist nicht mehr die Alternative zu den etablierten Parteien. Diese AfD steht für unglaubliche interne Verhaltensweisen, Denunziantentum, Führergehorsam, hohle Programme und nicht aufgearbeitete Skandale.

Diese AfD ist ein Geschäftsmodell, das durch die Hoffnungen vieler Menschen, die ehrenamtliche Arbeit vieler Mitglieder, die fanatischen Gedanken etlicher Mitglieder und den Protest von anderen enttäuschter Wähler lebt und auf Kosten des Staates, also der Bürger und Unternehmen, das Einkommen einiger Weniger sichert. Wir jedenfalls werden diese AfD in Zukunft ebenso wenig unterstützen, wie es mittlerweile tausende enttäuschter Ex-AfD-Funktionäre, -Mitglieder und -Unterstützer machen. Hoffen wir, dass sich der im Schlußsatz geäusserte Wunsch von Herrn Rang erfüllen möge und wir gemeinsam mit unseren Initiativen und Engagements den Erfolg haben, den wir uns am Anfang mit der AfD vorstellten.

// Das Rücktrittsschreiben: http://martinhaase.eu/austrittsschreiben-schreckt-afd-auf/

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Die Kreisverbände der AfD ….

… sind im Parteiengefüge enorm wichtig und die Basis aller Entwicklungen. Um dies deutlich zu erkennen, sollte man sich eine Partei wie ein Haus vorstellen: Wenn ein Haus eine schöne Fassade hat, dann weckt es Interesse. Wenn ein Haus ein robustes Dach hat, dann trotzt es auch dem Unwetter. Wenn ein Haus grosse, einladende Fenster hat, dann lädt es ein, Blicke nach drinnen zu richten. Wenn dieses Haus aber ein schlechtes Fundament hat, dann nutzt das alles nichts, dann bricht es einfach zusammen und wird als Müll weggeräumt. Die (noch und im Ganzen betrachtet) schöne Fassade der Partei durch Gesichter und Lebensläufe, das solide Dach aus Finanzen und Unterstützern wie uns und die einladenden Fenster aus einem entstehendem und hoffentlich vorzeigbarem Programm nutzen uns allen nichts, wenn das Fundament aus Kreisverbänden nicht stabil ist.

Im Umkehrschluss heisst das, dass jeder in der Partei, sowohl die Funktionäre, als auch die Mitglieder als solche bestrebt sein müssen, das Fundament zu stärken, die Kreisverbände effizient und erfolgreich agieren zu lassen. Funktioniert dies nicht, dann bleibt eine zerbrechliche Hülle aus Visionen und Ansprüchen. Mehr nicht. Gelingt es aber, dann können Ideen entwickelt und realisiert, dann können Programme entwickelt und propagiert, dann können politische Entwicklungen angestossen und womöglich auch Veränderungen erzielt werden.

Was ist aber an der Basis los, was geschieht in den Kreisverbänden? Plakate kleben und Flyer verteilen allein kann, darf und soll nicht die Arbeit der Kreisverbände sein – die Arbeit der Kreisverbände muss in überlegtem Handeln, in Nutzung bestehender Kontakte, im Aufbau neuer Kontakte und vor allem in einer durch Partei-Rahmenrichtlinien festgelegten Richtung erfolgen, die nicht immer wieder dadurch unterminiert werden, dass öffentlich posaunte, persönliche Meinungen als Meinung der Partei bei potentiellen Wählern und Mitgliedern ankommen.

Solange die Partei noch kein vollwertiges Programm vorzuweisen hat, müssen wir Mitglieder, potentielle Wähler und Förderer dadurch gewinnen, dass diese genau an diesem neuen Programm mitarbeiten können, etwas bewegen können, Deutschland gestalten helfen. Kann das aber mit Menschen gelingen, die berechtigte Fragen nur mit persönlichen Angriffen kontern? Kann das mit Menschen gelingen, die meinen, dass das von der AfD ursprünglich gewollte Wertesystem nicht als Unterscheidungskriterium dienen kann, weil man das 20 Jahre lang als CDU-Mitglied auch nicht  erfolgreich umsetzte? Kann das mit Menschen gelingen, die sich selber mental nicht bewegen und alles Neue durch Unhöflichkeit, Missgunst und auf schlechte Gutsherrenart wegbeissen möchten? Nein, ganz sicher nicht.

Jeder Vorstand, auch der Vorstand eines Kreisverbandes ist in der Verantwortung für eine kultivierte Streitkultur, muss offen sein für sinn- und zielführende Diskussionen, muss Visionen entwickeln und diskutieren lassen, muss das Selbstverständnis eines Kreisverbandes entwickeln und leben lassen. Dann wird Plakate kleben und Flyer verteilen zur Kür, weil die eigentliche Arbeit mit dem Kopf vollbracht wurde. Dann werden die Kreisverbände gestärkt. Dann ziehen die Kreisverbände neue Mitglieder, neue Wähler und neues Geld an. Dann hat die Partei das Fundament, das sie benötigt, um in Deutschland etwas zu bewegen. Nur dann.

Die immer wieder kolportierte Unterwanderung der AfD durch nicht gewollte Ex-Irgendetwas verhindern wir nur durch ein Mehr an akquirierten Neumitgliedschaften. Diese Neumitgliedschaften bringen uns mehr Geld und locken mehr Förderer. Beides zusammen bringt uns mehr Wählerstimmen. Das funktioniert, wenn die Kreisverbände Visionen leben, Realitäten verstehen und Engagement an den richtigen Stellen entwickeln. Menschen, die sich nicht bewegen wollen, Vorstände, die nicht führen können, Mitglieder, die Neues nicht wollen – all diese sollten einfach Platz machen für die vielen, vielen Menschen in der AfD, die sich bewegen wollen, die führen können und die Neues bewirken möchten.

 

Aufregen, aber richtig!

Liebe AfDler – lasst Euch doch nicht immer wieder auf das Niveau der anderen herunterziehen. Wer sind wir denn, dass wir uns über neue Haare von Herrn Lindtner oder die Flüchtigkeitsfehler einer Ministerpräsidentin aufregen müssen?

Aufregen müssen wir uns darüber, dass immer intensiver versucht wird, uns ein braunes Jackett überzustreifen und uns durch eine künstlich gepuschte und von Studien nicht unterstützte Kampagne eine Mehrzahl von Protestwählern anzudichten. Aufregen müssen wir uns darüber, dass man uns die Dummheit unterstellt, extremistische Gedanken zu verbreiten. Aufregen müssen wir uns darüber, dass man uns eine kindliche Verhaltensweise des Bockens, nicht aber die Intelligenz des Nachdenkens vor einer Wahlentscheidung unterstellt. Aufregen müssen wir uns darüber, dass einige Mitglieder noch nicht verstanden haben, dass deren Meinungsäusserungen auch von „den anderen“ wahrgenommen und nur zu gerne unisono der AfD zugeschrieben werden.

Also regen wir uns auf. Aber regen wir uns wegen der wichtigen Dinge auf. Regen wir uns auf, damit es nicht gelingen wird, unsere Sachthemen aus der Öffentlichkeit zu ziehen und mit einer dumpfen Masse von Menschen, Meinungen und Unterstellungen zu überdecken.