Der ADAC, die CSU und die AfD

Aktuell jagen die deutschen Medien wieder eine neue Sau durch’s Dorf: den ADAC. Täglich kommen neue so genannte Skandalmeldungen an die Öffentlichkeit – warum? Mal ganz ehrlich: Den ADAC als Mitglied nutzt man gerne, weil man für sehr wenig Geld die Gewissheit hat, dass einem geholfen wird, wenn man wegen einer Panne mit seinem oder einem fremden Kraftfahrzeug liegen bleibt. Für ebenfalls sehr wenig Geld erlangt man die Gewissheit, dass man im Krankheitsfall schnell und formlos nach Hause transportiert, nötigenfalls geflogen wird, dass die mitreisende Familie nach Hause gebracht und sogar das Auto gefahren wird. Es interessiert doch wirklich niemanden, ob der Verein oder die angegliederten Gesellschaften Überschüsse produzieren und wie diese Überschüsse verwendet werden. Wir zahlen beim ADAC unsere Mitgliedsbeiträge, um die Sicherheit der Hilfe zu haben. Der Rest interessiert doch niemanden wirklich.

Sicherlich, würden wir für den ADAC spenden – dann wäre es etwas anderes. Bei der AfD zum Beispiel wurden 20% oder sogar 25% von sechsstelligen Spendenbeträgen an eine Gesellschaft abgeführt, deren Verbindung zur Spendenaktion „Geldbombe“ den Spendern gar nicht bekannt war. Darüber könnte man sich aufregen – macht innerhalb der AfD aber niemand so wirklich. Das wiederum mag daran liegen, dass dann intern gegen solche Kritiker „ermittelt“ wird, Gerüchte über die Kritiker verbreitet werden, Beiträge aus öffentlichen Foren durch die AfD-Moderatoren entfernt werden und man als Kritiker ständig damit rechnen muss, aus der Partei ausgeschlossen zu werden, als sei es Blasphemie, AfD-Funktionäre zu kritisieren.

Aber zurück zum ADAC – weshalb diese laute Kritik? Vielleicht, weil der ADAC vehement gegen die Pkw-Maut eintritt? Das mag durchaus sein. Und schon sind wir bei der CSU – oder bei „dem Wähler“. Sehr schnell wurde vergessen, wieviele CSU-Abgeordnete auf unser aller Kosten Kinder und Ehefrauen einstellten, dass deren minderjährige Kinder monatlich mehrere tausend Euro Einkommen erhielten – auf Kosten der Bürger und Wähler. Trotzdem erhielt die CSU eine absolute Mehrheit wenige Wochen nach diesem schon wieder vergessenem Skandal. Da geht es natürlich nicht, dass nach diesem gerade vergessenem Skandal und der Herdprämie nun dieses im wahrsten Sinne des Wortes tolle Projekt der Pkw-Maut durch den ADAC torpediert wird. Nein, da greift man einfach ins politsche Handwerkskästle und wirft mit Schmutz, wie man es offenbar auch bei der AfD schon auf der Kreisverbandsebene gelernt hat. Irgendetwas wird schon haften bleiben.

Im Falle des ADAC sollten die schreienden Medien vielleicht auch endlich einmal klarstellen, dass der ADAC e.V. eben nicht gemeinnützig ist und das auch nie sein wollte. Und wenn ein Verein so genannte Zweckbetriebe (also eigenständige Gesellschaften gründet), dann ist das kein Verbrechen, sondern vollkommen normal, selbst bei gemeinnützigen Vereinen. Wozu die Aufregung über den ADAC – wieso keine Aufregung mehr über die 20%/25%-Provision bei den AfD-Spenden? Wieso keine Aufregung mehr über die Gehaltsaffären bei der CSU? Wieso keine Aufregung darüber, dass die, die Pkw-Maut befürwortende Studie als angebliche Entscheidungsgrundlage durch eben die Gesellschaft abgeliefert wurde, die als Maut-Eintreiber an eben dieser verdienen würde?

Und wenn sich die deutschen Medien über die Strukturen Verein / Zweckbetriebe aufregen wollen, weshalb dann nicht über den TÜV Süd? DA lernt man, wie man Mitglieder mundtot machen, die Öffentlichkeit hintergehen und die ganz persönliche Sicherheit eines jeden Bürgers minimieren kann. Wie das geht? Nun: Der TÜV Süd wird in den Augen der Öffentlichkeit als „der TÜV“ wahrgenommen – ist aber eine Aktiengesellschaft, die zu 74,9% dem TÜV Süd e.V. gehört und zu 25,1% der TÜV Süd Stiftung – interessanter wird es, wenn man weiss, dass sowohl der Verein, als auch die Stiftung alle Stimmrechte an eine TÜV Süd Gesellschafterausschuss GbR abgetreten haben – und diese dominiert wird von E-ON, Vattenfall und EnBW.

Dieses Konstrukt ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem ADAC, über den jetzt hergezogen wird. Unglaublich ist dabei ausserdem, dass eben dieser TÜV Süd der Hauptkontrolleur der technischen Sicherheit deutscher Atomkraftwerke ist – die, na, dämmert es?- E-ON, Vattenfall und EnBW gehören. DARÜBER, lieber Bürger, darf man sich einmal aufregen. Das wäre ja so, als würde ein Shop für Wahlkampfmittel der AfD einem Partner eines Bundesvorstandes gehören – ach so, ja, das ist ja auch so. Aber ernsthaft: Die wahren Skandale werden nur selten lange in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Das Bündnis wird sie alle nach und nach auftauen, daran erinnern und sie diskutieren lassen. Zum Thema TÜV Süd wäre da übrigens noch die Sache mit den überhöhten Wertgutachten für Immobilien, die bei der Milliardenpleite der S&K eine massgebliche Rolle spielten. Oder die Sache mit den gefälligen Begutachtungen der sozialen Umstände und der Arbeitssicherheit in Textilfabriken in Bangla Desh. Und bei der AfD? Im Moment streiten sich die Geister, wie wirksam die Wahl der Europalisten-Kandidaten am Wochenende war – hatte man doch ein so genanntes Stimmungsbild -elektronisch und nicht-transparent ermittelt- genutzt, um Minuten vor der eigentlichen Kandidatenwahl Mitbewerber zur Rücknahme ihrer Kandidatur zu bewegen.

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Meinungsbildung – Funktionäre im Fokus

blog logo buendnisInnerhalb der Leistungspalette des Bündnisses steht natürlich auch die Meinungsbildung mit im Vordergrund. Dies ganz sicher nicht nur bezogen auf Parteien und Funktionäre, sondern zu wichtigen, manchmal auch lediglich regional wichtigen Themen. Hierbei steht Meinungsbildung durch das Bündnis auf vier Säulen: Virtuelle soziale Netzwerke, persönliche Kontakte, Kamingespräche und künftig wieder durch „Die Bündnis-Depesche“.

Im Bereich der virtuellen sozialen Netzwerke werden unsere Artikel derzeit circa 3.700 Facebook-Kontakten zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wird jeder Artikel an mehr als 1.400 Empfänger über selber moderierte Gruppen bei Facebook sowie mehr als 2.400 Empfängern in Gruppen bei LinkedIn und Xing nebst mehr als 2.500 Kontakten unserer Führungskräfte per Mailing und an mehr als 700 Abonnenten dieses Blogs direkt versandt. Diese Grundsubstanz bedienen wir regelmässig mit Artikeln – wenn wir eine besondere Resonanz wahrnehmen, werden die entsprechenden Themen gesondert behandelt. Zum Beispiel in Referaten, innerhalb der Kamingespräche und ausgiebig ab Frühjahr innerhalb der Bündnis-Depesche mit fünf Regionalausgaben. Sobald als möglich werden wir künftig auch über AVAAZ und change.org Petitionen publizieren.

Ein kleiner Teil, der zu all dem beiträgt, sind die kurzen Meinungsumfragen innerhalb unserer Website. Aktuell zum Thema „AfD-Funktionäre im Blick“ – mit schon jetzt sehr interessanten Zwischenergebnissen. Aber sehen Sie selbst:

http://www.buendnis.eu/index.php/blog/afd-funktionaere-im-blick

Wir distanzieren uns …

… noch nicht von der AfD als solcher, aber von dem Verhalten etlicher AfD-Funktionäre. Offenbar wird es immer beliebter, kritische Stimmen dadurch verstummen lassen zu wollen, dass Nachbarn, Arbeitgeber und Vermieter bewusst harmlos und freundlich nach der Wohnsituation, Vorlieben und Bekannten gefragt werden – und die Informationen dann genutzt werden, um die Daumenschrauben ein wenig mehr anzulegen oder um schon durch die Befragungen Druck auszuüben. Zusammen mit den Claqueuren im Internet, die oftmals gar nicht der Partei selber angehören, aber gerne weit rechts angesiedeltes Gedankengut verbreiten und dann auch gerne einmal schriftlich herumpöbeln, wird ein Klima geschaffen, das Ja-Sager fördert und Strukturen festigt, die jedenfalls nicht der Partei oder den (ehemaligen) Zielen zugute kommen. Bespitzelung und Gerüchteköche werden hoffentlich nicht dauerhaft die Basis der Parteiarbeit sein.

Und hier sollte der eine oder andere einmal anfangen, weiter als bis zum nächsten Pöstchen zu denken: „Wir sind das Volk“, sagten plötzlich viele Menschen und warfen die Führung vom Thron. Die Parteifunktionäre sind nicht die Partei. Die Partei besteht aus den Mitgliedern. Ein System ist krank und gehört verändert, wenn die Führung die Basis bespitzelt und bevormundet. Die Basis aber darf und muss die Führung hinterfragen. Wenn dies aber eben nicht gefördert, nicht gefordert und sogar manchmal ganz offen zum Schaden der Partei unterbunden wird, wenn fähige Menschen aus der Partei unter dem Beifall der Nicht-Besser-Wisser herausgeekelt werden, dann muss man sich Alternativen suchen.

Wer konstruktive Kritik und nicht-egoistische Angebote wegen fehlenden Eigennutzes und falsch verstandener „Freundschaft“ mit dem streuen von Gerüchten beantwortet, der schiebt nicht nur wertvolle Möglichkeiten der Weiterentwicklung hinfort, sondern schadet der Partei. Wobei wir beim Punkt angekommen sind: Nicht die Parteimitglieder, die jetzt auch beim Bündnis sind, schon gar nicht die Mitglieder des Bündnisses oder das Bündnis als solches muss AfD-Funktionären Rede und Antwort stehen. Die AfD, die AfD-Funktionäre müssen Rede und Antwort stehen. Die müssen erklären, weshalb Misserfolge entstanden, welche Ziele verfolgt werden, warum Menschen ausgegrenzt werden. Die AfD, die AfD-Funktionäre (jedenfalls manche von ihnen) sind angetreten, etwas positiv zu verändern – daran müssen sie sich alle messen lassen. Wer Millionen Euro vom Staat und von den Mitgliedern einsteckt, der muss seinen Wählern und Mitgliedern erklären, wohin es geht und weshalb das eine und andere so und nicht anders gemacht wurde – andere Menschen schlecht machen, Gerüchte über andere zu verbreiten, egal, wie deren Leben danach aussieht, ist nicht nur verabscheuungswürdig und feige, sondern letztendlich auch nicht zielführend.

Das Bündnis finanziert sich nicht aus Steuergeldern und Spenden, sondern aus eigenen Mitteln und den Mitteln der ordentlichen und fördernden Mitglieder. Wir können keine Wahlen und keine Pöstchen verlieren. Und deshalb können und werden wir weiterhin AfD-Mitglieder aufnehmen, deren Interessen vertreten und mit anderen bündeln, wenn diese in unser Bild von Ethik, Verantwortung, Ökologie und Ökonomie passt. Auch ausserhalb der AfD, deren Entwicklung wir uns sehr genau ansehen – gerade auch weil wir der Meinung sind, dass die Kreisverbände wesentlich mehr Unterstützung benötigen, als ihnen gegeben wird und Demokratie gelebt werden muss, um sie als Partei glaubwürdig vertreten zu können.

 

Parteilos und unabhängig

blog logo buendnisUnser Bündnis ist seit Anfang des Jahres offen für Privatpersonen und wir arbeiten daran, dass wir bis Ende Januar alle technischen Voraussetzungen inclusive einer respektablen Website geschaffen haben werden, um alles reibungslos funktionieren zu lassen. Hinsichtlich der Aufnahme von Neumitgliedern machen wir keinen Hehl daraus, dass wir hier auch an AfD-Mitglieder denken, die übrigens bei uns keinen Mitgliedsbeitrag zahlen müssen.

Hierbei möchten wir nun aber auch klarstellen, dass wir keine Partei sind, dies auch nicht werden wollen und nicht in Konkurrenz zur AfD oder anderen Parteien stehen. Im Gegenteil verfolgen wir in den Bereichen Energie- und Agrarwirtschaft, Bürgertum und Familienunternehmer unsere und die Interessen unserer Mitglieder – und zwar ausserhalb irgendwelcher Parteistrukturen, so dass wir diese Interessen dann umso effektiver innerhalb von Parteistrukturen umsetzen oder durchsetzen können.

Das heisst aber eben auch, dass wir beim Fundraising, bei der Interessensbündelung, bei Lobbyarbeit und bei unseren anderen Aktivitäten weder an Parteien, politischen Ausrichtungen oder ein Parteiprogramm gebunden sind, noch dass wir ein komplettes Programm verfolgen müssten. Das Bündnis ist die Wirtschaft und macht Politik dort, wo es um die Interessen des Bündnisses und die Interessen unserer Mitglieder geht. Seien Sie dabei, gerade dann, wenn Sie unzufrieden mit parteiinternen Entwicklungen sind und einer der Provinzfürsten Sie ausbremsen will. Seien Sie dabei, wenn Sie als Bürger, Initiator oder Familienunternehmer eine schlagkräftige Lobby oder ganz praktische Lösungen suchen.

Das Bündnis ist eine seit elf Jahren gemeinnützig tätige Institution. Wir sind stets ein Verfechter dezentraler Energieversorgung und regionaler Wertschöpfung. In diesen Bereichen unterstützen wir die Familienunternehmer und das Bürgertum. Unter anderem durch Seminare, Kurse, Events und politische Einflussnahme. Aber auch bei Begleitung zu Bankgesprächen, bei der Konzeption von Versorgungsprojekten oder beim finden und verhandeln mit privaten oder institutionellen Geldgebern. Wir schaffen Lösungen.

Finden Sie eine Vielzahl neuer Informationen und etliche Stellenangebote jetzt neu unter http://www.buendnis.eu

Eco Eden | Arche Noah 2.0

Wir freuen uns sehr Ihnen mitteilen zu können, dass DAS BÜNDNIS | Bündnis Familienunternehmer, Agrar- und Energiewirtschaft e.V. vor dem Hintergrund der Umstrukturierung des Mitgliederkeises und im Rahmen der Vermögensanlage eine Kommanditbeteiligung in Höhe von € 150.000 an der EcoEden Water GmbH & Co. KG, Lüneburg, übernommen hat. Das gesamte Kommanditkapital der EcoEden Water GmbH & Co. KG beträgt zum Jahresanfang 2014 nunmehr € 950.000

Das Bündnis sieht dieses finanzielle Engagement als strategische Beteiligung und setzt es bewusst als Zeichen dafür ein, dass wir nicht nur reden, sondern auch handeln. Die EcoEden Water GmbH & Co. KG beschäftigt sich unter anderem mit der Projektierung und Realisierung eines grossen Siedlungsvorhabens, welches in Asturien (Spanien) entstehen soll. Neben vielen anderen beeindruckenden Details ist hervorzuheben, dass dort explizit dezentrale Energieversorgung und regionale Wertschöpfung stattfinden soll, die in einer solchen Zusammenstellung bis dato nicht woanders zu finden ist. Hier werden zudem die Technologien angewendet werden, die wir in den Bereichen Biogas, Biodiesel, Blockheizkraftwerke, Energiepflanzen, Nahwärmenetze und Düngerproduktion auch durch das Netzwerk der Mitglieder des Bündnisses Dritten anbieten.

Das Bündnis setzt hier also ein Zeichen für die von uns präventierten Themen „Dezentrale Energieversorgung“ und „Regionale Wertschöpfung“ und ermuntert, die Erfahrungen und Kenntnisse als Mitglied bei uns abzurufen und dann bei eigenen Projekten und Initiativen umzusetzen. Gerne kostenfrei begleitet und betreut durch das Bündnis.

Unsere Mission

Das Bündnis ist bereits vor über zehn Jahren aus der Überlegung heraus entstanden, dass das Bürgertum und die so genannten Alte Werte von der Oberflächlichkeit der immer hektischer werdenden Zeit überdeckt und notwendige Wertvorstellungen einer ungehemmten Wirtschaftsentwicklung geopfert werden, so dass es Zeit wurde, verantwortungsvolle Unternehmen, gesellschaftspolitisch aktive Menschen und ökologisch sowie ethisch wertvolle Projekte und Initiativen zu vereinen. Seit dieser Gründungsphase hat die Gesellschaft, hat die Politik und hat gerade auch die Wirtschaft einen Wandel vollzogen, der in der Gesamtheit zu einem Verfall von Wertvorstellungen und zu immer mehr kollabierenden Systemen führte.

Da ein Einzelner nicht die ganze Welt retten kann und weil auch Gruppen nicht in der Lage sind, jedem eine bestimmte Verhaltensweise, jedem eine bestimmte politische, gesellschaftliche, religiöse oder wirtschaftliche Ethik vorzuschreiben, hat sich das Bündnis im Kern auf zwei Themen konzentriert, die ausreichend Einfluss auf viele gesellschaftspolitische Entwicklungen nehmen: Zum einen die dezentrale Energieversorgung und zum anderen die regionale Wertschöpfung.

Im generellen Kontext beschäftigt sich das Bündnis also mit dem uns alle dominierendem Thema der Energieversorgung und den damit ganz selbstverständlichzusammen hängenden Themenbereichen Unabhängigkeit, Wirtschaft, Ethik und Umwelt sowie dem Thema Wirtschaftliche Entwicklung und den damit wiederum ganz selbstverständlich zusammen hängenden Themen der ethisch wertvollen, der ökologisch korrekten und der gesellschaftlich wichtigen Rahmenbedingungen.

Diese beiden Generalthemen führt das Bündnis mit dem Bürgertum, den Familienunternehmern sowie der Agrar- und Energiewirtschaft zusammen, um gemeinsam für unabhängige, dezentrale und regional bestandsfähige Projekte, Firmen und Initiativen zu sorgen, die uns alle unabhängiger von zentralen Einrichtungen und Abhängigkeiten machen und die jedes für sich unsere Umwelt lebendiger und unsere Gesellschaft lebenswerter macht.

Sekte AfD?

Diese Frage kann sich nicht stellen – oder doch? Nun, was den Umgang mit Kritikern angeht, scheinen solche rhetorischen Fragen langsam wichtig zu werden. Provinzfürsten scharen willfährige Claqueure um sich und inszenieren sich selbst, nicht die Partei, nicht die Ziele der Mitglieder. Skandale werden nicht aufgearbeitet. Es wird in der Vergangenheit von Mitgliedern herumgegraben, die den Mund aufmachten und Mißstände (noch nicht-öffentlich) ansprachen. Es werden Befragungen bei Nachbarn und Vermietern durchgeführt. Es wird mit Veröffentlichungen und Diskreditierung gedroht. Oder Fragesteller werden auf Kreisversammlungen persönlich und unsachlich durch den jeweiligen Vorstand niedergemacht.

Bei Parteiausschlussverfahren ist es strukturell klar – aber es stellt sich die nicht nur für uns elementare Frage, ob dieses Vorgehen vom Bundesvorstand gutgeheissen oder sogar beauftragt wird. Oder ob dem einen oder anderen Landes- oder Kreisvorstand ganz einfach der Posten zu Kopfe gestiegen ist. Überdeckt von Hurra-Gekreische herrscht ein Klima des Frustes, der Beugung und der Angst, das neue Ideen nicht hochkommen, Euphorie erkalten, Enthusiasmus verblühen, Ressourcen versiegen und gute Leute aus der Partei austreten lässt. Dabei wird seitens der handelnden Funktionäre verkannt, dass nicht jeder einfach aufgibt. Die Partei und manche Funktionäre schaffen sich Feinde oder sorgen schlicht dafür, dass sich diese Menschen auf andere Art organisieren. Das jedenfalls kann nicht im Sinne einer Partei, sondern allenfalls im Sinne von Funktionären sein, die sich selbst überschätzen und sorglos im Umgang mit dem Leben anderer sind.

Aus aktuellem Anlass müssen wir vom Bündnis klarstellen, dass wir wie tausende andere Menschen anfangs voller Euphorie und auch Hoffnung begonnen haben, die AfD zu unterstützen. Wir sahen die AfD als die für lange Zeit letzte Chance, hier in unserem Land für eine bessere Politik, funktionierende Systeme und gute Weichenstellungen zu sorgen. Ich selbst hatte meinen Führungskräften empfohlen, AfD zu wählen und gemeinsam mit mir in die Partei einzutreten. Das Bündnis aber grenzt sich heute deutlich von der derzeitigen AfD ab. Das Bündnis verfolgt wie in den letzten zehn Jahren eigene Ziele, wobei mit der AfD manchmal eine personelle oder thematische Schnittmenge gebildet wird, in der gemeinsam agiert werden kann. Mehr allerdings ist im Moment nicht möglich, wenn sich nicht deutlich etwas ändern wird.

Viele Irritationen am Anfang nahm man jedenfalls noch gelassen hin. Schliesslich ist eine Partei im Aufbau kein Zuckerschlecken und zieht solch eine Neugründung natürlich jede Menge Glücksritter und Postenjäger an, werden Fehler gemacht, Entscheidungen revidiert. Leider wurden diese Irritationen nicht weniger und waren Entscheidungen Kalkül und nicht Unwissenheit. Der Richtungsstreit links-rechts überdeckte vieles. Politische Entwicklungen liessen interne Vorgänge oft genug verblassen. Gründer und Vorstände verliessen Posten und Partei – immer mehr davon mit nachvollziehbaren Beweggründen. Beweggründen, die nicht gegen die Partei, aber oftmals gegen Funktionäre sprachen. Gute Ideen wurden nicht weiter verfolgt, weil der Initiator oder die Idee irgendwelchen Parteifürsten nicht passte. Das können sich auf Dauer kaum etablierte Parteien leisten – eine neue Partei aber leidet. Leidet, wie es Mitglieder machen, die sich nicht mehr gut aufgehoben fühlen, nicht angesprochen fühlen, nicht wahrgenommen werden. Auf Dauer hilft da kein Beifallssturm, kein grosser Name, kein Hurra und schon gar nicht undemokratische Tendenzen.

In einem solchen Klima kann keine Partei gedeihen und es muss sich etwas ändern. Für uns als Bündnis ist ein Ausbleiben einer solchen von vielen gewünschten Veränderung einfacher hinzunehmen, als für einzelne Mitglieder. Wenn wir unsere Ziele der Förderung von dezentralen Energieversorgungen, regionaler Wertschöpfung, Absicherung des Bürgertums und Aufwertung der Familienunternehmer in der AfD nicht mehr vertreten sehen sollten oder von Parteifürsten offiziell behindert werden, dann unterstützen wir die Partei, die es will oder machen es wie in den letzten zehn Jahren, indem wir unsere Vorträge, Publikationen und Treffen unabhängig von Parteien realisieren. Allerdings gemeinsam mit vielen ehemaligen oder lieber anonym bleiben wollenden Noch-Mitgliedern der AfD.

Schade für die Partei, deren Funktionäre einmal mehr Chancen verspielen. Unterstützt werden wir dabei nun von den Menschen, die aus der Partei herausgedrängt wurden oder werden und denen wir unabhängig von Parteien eine Plattform für Veränderungen bieten, extern über und durch das Bündnis oder strukturübergreifend innerhalb der Partei über eine Interessenverknüpfung. Sicherlich nicht zum Thema Euro, aber zu den Themen und Problemen, die man vor der eigenen Haustür findet.