Vorsicht! Neger in unserem Boot ….

oder so ähnlich muten viele postings in den Social Networks momentan an. Dass die meisten solcher postings hinsichtlich Grammatik, Interpunktion und Wörtergestaltung eher anmuten, als hätten diese nicht Deutsche, sondern Nicht-Deutsche geschrieben, mutet dann schon wie ein Treppenwitz an. Leider muss man dann vom Inhalt her oft darauf stossen, dass es nicht nur an Rechtschreibkünsten mangelt – an Pauschalierungen und Vorurteilen hingegen nicht.

Liebe Leute, „die Ausländer“ sind weder Schuld daran, dass ihr keinen Job habt, noch daran, dass ihr euer eigenes Leben nicht in den Griff bekommt. „Die Ausländer“ sind nicht Schuld daran, dass Millionen und Milliarden ins deutsche Ausland fliessen und „die Ausländer“ sind nicht „die Asylanten“ und „die Asylanten“ sind nicht „die Armutsflüchtlinge“. Aber jetzt einmal in einfachen Worten:

Gutsituierte EU-Länder wie Deutschland haben die ethische, moralische und verantwortungsvolle Pflicht, politisch Verfolgte und vor allem auch Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. Wer das auch nur ansatzweise in Zweifel zieht, ist nicht rechtsradikal, sondern in erster Linie asozial im wahrsten Sinne des Wortes. Sonstige Ausländer in Deutschland sind nichts anderes als Deutsche im Ausland: Eben keine Einheimischen, was per se auch nicht verkehrt ist – Unternehmer und Geschäftsreisende wissen das bestens.

Und die anderen? Die Armuts- oder Wirtschaftsflüchtlinge? Woran sollen diese Menschen Schuld haben? Weshalb geben gerade die Schlechtinformierten unter uns diesen Menschen die Schuld am eigenen Unvermögen im doppeldeutigen Sinne des Wortes? Menschen, die aus Armut zu uns nach Europa kommen wollen, hungern, haben kein Dach über dem Kopf und keine Chance, die eigene Familie zu ernähren. Diese Menschen verschulden sich und riskieren ihr Leben, um die eigene Familie zu ernähren, irgendwann einmal, wenn sie selber überlebt haben. Diese Not ist den meisten Deutschen gar nicht mehr bewusst.

Diese „anderen“ nehmen hier niemandem einen Job weg, denn sie dürfen gar nicht arbeiten. Das muss die Politik ändern.

Diese „anderen“ kosten uns auch nicht „zuviel“. Erstens gibt es bei diesen im ethischen Sinne armen Menschen nicht mehr Schmarotzer, als bei deutschen Hartz4-Empfängern und zweitens haben diese „anderen“ uns im Jahr nicht mehr gekostet, als in Hamburg beim Bau der Elbphilharmonie verschwendet wurde. Das muss die Politik ändern – nicht die Aufnahme der „anderen“, sondern dass die Verschwendung von Steuergeldern immer noch keine zivil- und strafrechtlichen Folgen hat.

Und „die anderen“ kommen nicht zu uns wie es deutsche Auswanderer in andere Länder zieht. Sie kommen zu uns, weil bei ihnen zuhause keine Alternative mehr besteht. Afrikanische Länder produzieren arme Menschen. In den dortigen Regierungen und in den EU-Regierungen sitzen die Schuldigen an der Situation. Der „andere“ hier in der EU ist nicht schuldig, schuldig sind die Politiker, die Situationen wie in Afrika entstehen, decken und fördern:

Mauretanien zum Beispiel erhält jährlich einen hohen zweistelligen Millionen-Betrag, damit europäische Fischfangflotten dort das Meer leerfischen können und damit die in europäischen Gewässern geltenden Fangquoten zu umgehen. Dummerweise landet dieses Geld aber nicht bei den verarmenden und fanglosen Fischern Mauretaniens, sondern bei deren Regierung. Geändert wird von der Poltiik nichts.

Andere Staaten wie Burkina Faso werden der Rohstoffe beraubt, bis das Land nicht mehr fruchtbar, sondern verödet ist. Die Menschen haben schlicht und ergreifend nichts mehr zu essen. Nur die Politker natürlich. Was machen unsere Politiker? Nichts. Dabei wäre es ein leichtes, derlei gewonnene Rohstoffe gesondert zu besteuern, damit es sich für die Konzerne nicht mehr lohnt.

Oder die durch die EU mit jährlich Millionen über Millionen subventionierten Hühnerproduzenten: Zu Dumpingpreisen nach Afrika exportierte Hühner und Küken kosten den EU-Bürger jährlich Millionen Euro, verändern den Preis in der EU nicht, fördern die Massentierhaltung in der EU und lassen die Märkte in Afrika zusammenbrechen, weil Einheimische nicht so günstig produzieren können – und wieder werden Arme und Hungernde produziert. Das muss die Politik ändern.

Oder die so genannten Nahrungsmittelhilfen der UN, der USAID oder anderer Hilfsorganisationen: Durch die kostenlos verteilten Nahrungsmittel werden alle einheimischen Bauern zu Armen und Hungernden, denn ihre Produkte kauft natürlich niemand, der sie umsonst von den Hilfsorganisationen bekommt. Das muss die Politik ändern.

Die Politik ist also schuld und nicht der arme Mensch, der nach Europa kommt, um zu überleben. Und damit auch diese Pauschalität negiert wird: nicht „die Politik“ ist schuld, sondern der einzelne, handelnde oder unterlassende Politiker und deren Wähler. Ich denke, wir haben eine Alternative für Deutschland, dies zu ändern.

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2 Gedanken zu “Vorsicht! Neger in unserem Boot ….

  1. Susanne Maurer

    Die EU hat eine Riesenschuld an den Flüchtlingsbooten im Mittelmeer: Die EU zahlt für die Fischereirechte Millionen an die Diktatoren Afrikas. Die afrikanischen Fischer dürfen nicht mehr fischen. „Insgesamt zahlt die EU 160 Millionen Euro an 15 afrikanische Staaten für deren Fischereiabkommen.“ Entlang der westafrikanischen Küste hat Deutschland etwa dafür gesorgt, dass mit Radaranlagen illegale Kutter im mauretanischen Hoheitsgebiet registriert werden können. „Bei manchen drückt man gerne noch ein Auge zu“, weiß Ulf Löwenberg. Der GIZ-Mitarbeiter kennt eben auch die Grenzen des Machbaren in einem Land wie Mauretanien – und freut sich umso mehr über das, was mit Hilfe deutscher Steuergelder erreicht wurde. „Die Überwachung ist nicht perfekt, aber sie hat doch schon etwas gebracht“, sagt er. In der Tat ist das mauretanische System der Fischereiüberwachung für Westafrika, wenn nicht sogar für ganz Afrika, beispielhaft: Die illegale Fischerei hat sich reduziert. In Hunderten von Fällen hat die Küstenwache Verstöße mit Bußgeldern und – in schweren Fällen – auch mit der Beschlagnahme von Fängen, Netzen und Schiffen geahndet.“

    http://www.suedkurier.de/nachrichten/politik/themensk/Die-dicken-Fische-von-Afrika-Kampf-um-die-Fangrechte;art1015367,5938640

  2. Susanne Maurer

    Während sich Europa über das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer betroffen zeigt, erlaubt Kalifornien ab 2015 Hunderttausenden von Schwarzaufenthaltern, einen Identitätsausweis in Form eines Führerscheins zu erwerben. Die Ausdehnung von Bürgerrechten auf illegal Eingewanderte stösst nicht bei allen Amerikanern auf Begeisterung. So wird es als ungerecht empfunden, dass Personen, die amerikanisches Recht brechen und keine Steuern bezahlen, von den gleichen Freiheiten und staatlichen Leistungen profitieren wie Amerikaner und legal Eingewanderte.

    Die ungleich grössere Offenheit gegenüber legal eingewanderten Ausländern in den USA als in der Schweiz (und in Europa) lässt sich auch daran erkennen, dass kein Integrationszwang besteht. Ein Burkaverbot? Undenkbar. Von einem Minarettverbot ganz zu schweigen.

    An der Notwendigkeit einer Gesamtüberholung der amerikanischen Einwanderungsgesetze besteht dennoch kein Zweifel. Dass Schwarzaufenthalter in Kalifornien mit dem neuen Führerausweisgesetz bei Verkehrskontrollen nicht mehr wie bis anhin die Beschlagnahmung ihres Fahrzeuges oder gar eine Abschiebung befürchten müssen, ist immerhin ein Anfang. Was die Schweiz betrifft, wäre ein lockerer Umgang mit Ausländern wünschenswert. Nicht nur bei der Kontrolle von deutschen Wagenlenkern.

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